Montag, 12. März 2018

Freitag, 9. März 2018

Mawamba Lodge in Tortuguera

Nach einen langen, wunderschönen Ritt von Manuel Antonio bis nach Guapiles ,einer hasslichen Stadt auf der  Karibikseite, quer durch die Berge,  waren wir vom 6. bis 8. März in der Mawamba Lodge. Sicher der Höhepunkt unserer Reise.
Morgens um 8 Uhr wurden wir an einem Restaurant am Highway abgeholt, die Nacht zuvor hatten wir im besten Hotel der Stadt verbracht, weil wir so eine heruntergekommene Ansammlung von Wellblechhütten und Schrottplätzen bislang noch nicht zu Gesicht bekommen hatten und echt ein wenig Muffensausen bekamen, wie man hier die Nacht gut übersteht. Das Hotel mit angeschlossenem Countryclub  war ein Hochsicherungstrakt und nett angelegt. mit einem riesigen, 50Meter langem Schwimmbad und einem Fitness Center, in dem von Morgens früh bis abends um 22 Uhr Hammerrythmen die Ladies auf den Fahrrädern antrieben.
Die Mawamba Lodge liegt mitten im Urwald, im Nordosten Costa Ricas, und ist nur per Boot zu erreichen. Der Fluss ist voller Krokodile und die Boote sind nicht sehr groß. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Boot kentern würde. Anderseits ist der Fluss der einzige Transportweg für alle Lodges und Dörfer im Tortuguera Nationalpark und die vielen kleinen Motorboote dürften die Krokodile in die Seitenarme vertrieben haben. Wir haben jedenfalls nur drei Stück am Ufer liegen gesehen.
Zwei Stunden Bootsfahrt und wir waren da!  Eine Superluxus Anlage mitten im Dschungel, eigentlich hätten wir uns alle Nationalparks sparen können, denn hier waren die Tiere  im Garten vor der Tür. Toller Swimmingpool, nette Leute, vor allem eine reizende Guide namens Anna Maria, eine studierte Biologin, die uns schon bei unserem Treffpunkt im Bus in Empfang nahm und uns eine Menge über Costa Rica erzählte.
Bei der Ankunft wurde auf dem Bootssteg frischer Saft und feuchte Waschlappen zur Erfrischung gereicht, nach dem Lunch gab es den ersten Spaziergang durch die Anlage, in der riesige Leguane auf den Bäumen sitzen und witzige gelb schwarze Vögel, die bei der Balz immer einen halben Salto machen.
Am nächsten Morgen haben wir das Dorf besucht und abens noch eine Bootsfahrt in die Seitenarme gemacht. Gäste, die schon einmal da waren, waren enttäuscht, dass sie so wenig Tiere sahen. Anna Maria erzählte später, dass sie von Jahr zu Jahr weniger Tiere sieht, angeblich hat sich auch die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren extrem reduziert, von bis zu 40% ist die Rede.
Klimawandel, rücksichtslose Plantagenwirtschaft, Abholzung, alles Ursachen für den rapiden Schwund der Fauna.
Anna Maria erzählte, dass die Seitenarme vor ein paar Jahren noch voller  Kaimane war, jetzt waren wir froh, einen großen und noch ein paar  Babys zu sehen.
Auch dieses Paradies wird bald nicht mehr existieren, wenn die Menschen nicht radikal umdenken.
Die zwei Tage in der Mawamba Lodge vergingen wie im Flug, der einzige Nachteil:  Es fing an zu regnen, besser gesagt: zu schütten.
So fiel uns der Abschied etwas leichter. Verlängern konnten wir sowieso nicht, alles ausgebucht, bis auf ein Zimmer für 250 Dollar die Nacht, das war uns dann doch zu viel.

Der Abreisetag gestern war extrem anstrengend . 6.30 Uhr hoch, 9 Uhr am Boot, eine Stunde Wartezeit, weil der Bus Verspätung hatte, dann 2 Stunden bei strömendem Regen über den Fluss, zwei Stunden im Bus und dann knapp vier Stunden Autofahrt für 150 km nach Puerto Viejo. Wir kamen im Dunklen erst an, vollständig erledigt, und hatten noch keine Unterkunft.
Etwas stressig, denn alle warnen davor, nachts zu fahren. Kurz vor Porto Viejo trafen wir noch ein nettes Paar aus Mainz, die meinten , hier würden  wir auch nichts mehr finden, und wenn dann teuer, uber 100 Dollar die Nacht.
Gott sei Dank hatten uns unsere Freunde aus San Jose noch eine Telefon Nummer geschickt von einer Deutschen. Wir erreichten Angelika an der Pazifikküste, wo sie gerade Urlaub macht, aber sie rief gleich bei ihrer Tochter an und reservierte für uns ein Zimmer. Nun sind wir 5 km außerhalb von Puerto Viejo in Angelikas Guesthouse untergekommen. Sehr nett, ganz ruhig und für 20 Dollar pro Person. Es hat sogar aufgehört zu regnen, die Welt ist wieder in Ordnung.
 pura Vida 😀
Ich denke viel an Hannah und Tom, die erzählten, dass hier nichts trocknet und die Klamotten schimmeln. Können wir jetzt alles nachvollziehen.

Montag, 5. März 2018

Tarcoles und Manuel Antonio

Leider hatte diese nette Cabina mit dem herrlichen Blick auf den Vulkan in der Nähe von La Fortuna einen erheblichen Schönheitsfehler:
Sechs riesige Funkmasten in unmittelbarer Nähe. Selbst meinem Mann war am nächsten Morgen etwas schwummrig. Dabei ist er ansonsten sehr unempfindlich gegen magnetische Strahlen.
Also packten wir unsere Sachen und machten uns auf nach Süden. Der Nationalpark Manuel Antonio war uns schon so oft empfohlen worden, da müssten wir einfach hin. Eine wunderschöne Tour durch die Berge, mit abenteuerlichen Steigungen und Gefälle. Kann man leider nicht fotografieren, ist wie auf der Skipiste: das sieht auch immer flach auf. Bei Tarcoles haben wir in unserem ersten Luxushotel  übernachtet.
Unglaublich schön, wie ein kleines Urwald-Dorf, mit lauter Hütten. In den Villas Lapas  wären wir echt gerne noch eine Nacht geblieben, aber dann hätten wir Manuel Antonio nicht mehr geschafft. Auf dem Weg an der Küste entlang sind wir auch an Punta Mala ,Playa Hermosa vorbeigekommen, dort war das Schildkröten Projekt von Hannah und Tom 2016, aber wir haben das Resort leider nicht gefunden.
Gestern Abend haben wir dann unsere zweite Luxus-Herberge in Manuel Antonio bezogen, Super Blick, hoch am Berg. Villas Selva war eine Empfehlung unserer Freunde in Costa Rica und wird von einer sehr interessanten und energischen Frau betrieben:  Tochter einer  Deutschen und eines Russen, in caracas aufgewachsen, in Freiburg und Paris studiert und in London gelebt. Multinational  also.
Heute morgen sind wir schon um 5.30 uhr aufgestanden, um auf jeden Fall noch Tickets für den Park zu bekommen. Wir waren die ersten am Schalter. Auch eine Premiere 😁 Nervig sind die ganzen Leute, die uns was verkaufen wollten. Hier kann man noch nicht einmal an der Straße parken. Sofort kommt ein fliegender Händler angelaufen und verlangt vier Dollar. In La Fortuna hatten wir einen lustigen Kanadier getroffen,der meinte , die Abkürzung von Costa Rica, CR, steht für Cash Required 😁
In jedem Fall zahlen Touristen immer ein Vielfaches im Gegensatz zu Einheimischen.
Für den Park zum Beispiel 1400 Colones ( ca. 2 Euro). Wir haben 19 000 Colones bezahlt ( ca. 28 Euro).
Aber es hat sich gelohnt. Der Park ist wirklich schön. Wir haben Faultiere gesehen- allerdings nur hoch in den Bäumen. Ein Chamäleon, Leguane und jede Menge kleiner Affen. Die toben bei uns übrigens auch uber das Dach.

unser Baumhaus in  der Anlage VillaLapas
Abendstimmung in Manuel Antonio
Im Naturschutzgebiet Manuel Antonio
Nun seht euch mal diese doofen Touristen an

Ich bin gar nicht da....
Ich auch nicht
Leguan in Tarcoles
Kapuzineräffchen in Manuel Antonio

Donnerstag, 1. März 2018

Schmetterlige, Reifenpanne und einmal rund um den See zum Vulkan Arenal

Am zweiten Tag in Monteverde wollten wir zum Schmetterlingsgarten, verfuhren uns wie gewöhnlich ersteinmal und hatten unsere erste Reifenpanne. Gott sei Dank war nur 10 Minuten entfernt eine Tankstelle, die uns im Handumdrehen den Reifen wechselte. Rainer hatte es erst selbst versucht, doch Avis hat leider kein passendes Werkzeug im Auto. Die werden noch was von uns hören.
Der Schmetterlingsgarten von Monteverde ist wirklich schön, mehrere, mit Netzen umspannte große Gehege, in denen mal rund 40 Arten beobachten kann und von netten jungen Mädchen viel Informationen dazu erhält.
Da es durch die Panne wieder recht spät geworden war - hier öffnen die Parks um 7 Uhr und schließen um 16 Uhr - entschlossen wir uns, nochmal zu dem Skywalk zu fahren und dort die Seilbahn zu nehmen, um auch einmal über den Urwald zu blicken. Als wir um 15.30 Uhr ankamen, waren wir die letzten Gäste, die Bahn war bereits abgefahren, doch nach einigem Hin- und Her sind wir doch noch rauf - mit einem "Privat-Guide". Es hat sich gelohnt, auch diese Fahrt wird unvergesslich sein, vor allem, weil es so unglaublich windig war. Wir waren froh über unsere Jacken, die wir die ganze Zeit brav mitschleppten. An der Küste habe ich mich gefragt, warum eigentlich, in den Bergen gab es die Antwort darauf. Der Nebelwald trägt schließlich nicht ohne Grund seinen Namen: Hier ist es feucht und relativ kalt. Von 35 Grad auf 17 Grad Celsius in wenigen Stunden, das ist schon eine Umstellung. Dazu, wie gesagt, der Wind, der oben in den Bergen immer bläst. Wir waren bis auf 1900 Metern.
Aber nicht nur die Berge und zwischendurch Landschaften, die an den Tessin erinnern, gaben Costa Rica den Beinamen "Schweiz Mittelamerikas" - auch die Preise erinnern heftig an die Schweiz, bzw. übertreffen sie noch. Eine einzige Seilbahnfahrt für 46 Dollar - ich glaube, das gibt es noch nicht mal in Davos. Hier wollten sie das tatsächlich haben. Da wir am Tag zuvor bereits den Skywalk mit den sechs Hängebrücken für 22 Dollar gebucht hatten - und uns an der Kasse gesagt wurde, wir könnten die Seilbahn für 16 Dollar dazu buchen, haben wir am nächsten Tag natürlich auf diesen Preis bestanden. Drei Leute, die aufgeregt hin und her telefonierten, bestimmt 15 Minuten lang, uns zwischendurch Angebote für 60 Dollar (zu zweit) und für 50 Dollar machten -  doch schließlich bekamen wir unsere Tickets für 32 Dollar. Man muss nur die Nerven behalten.
Heute morgen sind wir dann um 9 Uhr von Monteverde nach La Fortuna aufgebrochen - einer der bekanntesten Touristen-Orte, da er direkt unter dem Vulkan Arenal liegt. Man muss dafür einmal um den See Arenal herum.
Die Fahrt  war zauberhaft,  an die Schotterpisten haben wir uns mittlerweile gewöhnt, fahren aber auch extrem langsam, um trotzdem noch links und rechts zu gucken, und die letzten eineinhalb Stunden war die Straße sogar ganz neu gemacht und prima zu fahren. Und dann der Arenal: Ein kegelförmiger Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Ausnahmsweise haben wir gestern abend mal im Internet nach Unterkünften geschaut und ein günstiges Angebot für 19 000 Colones gefunden - das sind so um die 30 - 35 Dollar das Zimmer. Ein Volltreffer! Ganz abgelegen, ca. 5 Km von La Fortuna entfernt im Dickicht (schwer zu finden, wir sind erstmal wieder vorbei gefahren), mitten in der Pampa ein nagelneues Haus mit einem absoluten Traumblick auf den Vulkan. Dazu eine zauberhafte kleine Dame namens Letizia, die uns sehr lieb in Empfang nahm. Hotel ist auch in diesem Fall zu viel gesagt, aber was will man mehr, als ein gutes Bett und eine gute Dusche - und dann, wie gesagt, noch dieser umwerfende Blick. Nur die Holzwände sind so dünn, dass man jedes Wort des Nachbarn versteht, jedes Husten hört und auch das Schnarchen.
 Pura Vida :)

Dienstag, 27. Februar 2018

Monteverde - Auf Affensuche im Nebelwald

Wer hätte gedacht, dass ich Mal freiwillig und im Urlaub um 6 Uhr aufstehe. Aber hier muss man wirklich jede Stunde nutzen. punkt 18 Uhr ist es stockfinster und dann kann man nur noch essen und ins Bett.
Also sind wir in Montezuma kurz nach Sonnenaufgang losgefahren, haben die Fähre in Paquera um 9 Uhr bekommen und uns dann auf den Weg nach Monteverde gemacht. Es hat mal wieder drei Mal so lange gedauert wie vom Navi angezeigt, unter anderem, weil die Hauptstraßen extrem voll waren und die Schotterpiste mehr als eine Stunde gesperrt wegen Bauarbeiten. Pura Vida!
Unsere Pension entpuppte sich als Jugendherberge, alles sehr einfach und heruntergekommen , aber sehr nett.
Gleich nach der Ankunft eine Nachtwanderung gemacht. Schon toll, mit Taschenlampe durch den Busch zu laufen, aber  Tiere haben wir kaum gesehen. Was Wunder bei dem Betrieb: Diese Wanderungen sind sehr professionell und touristisch aufgezogen. Wir haben uns extra einen privaten Guide genommen. Das war allerdings für die Katz, denn dort, wo die Nachtwanderung los ging, stand ein großes Kassenhäuschen und davor ca 15 Gruppen, auch Schulklassen, die laut schnatternd loszogen. Das Areal ist relativ klein, überall Leute mit Taschenlampen, da machen sich ja selbst die Faultiere vom Acker.
Das Spannendste war eine Hornviper und die vielen Glühwürmchen.
Heute morgen  haben wir Glück gehabt und  auf einen Skywalk im Naturschutzgebiet drei Affen gesehen, aber nur aus der Ferne.
Die Natur ist wirklich überwältigend hier und es macht traurig zu hören, dass die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren dramatisch geschrumpft ist. Offenbar wegen des Klimawandels.
Nachmittags haben wir noch einen Ritt durch den Busch gemacht. Extrem ruhige Pferde, aber da hatte auch keines stolpern dürfen. Direkt an einem Steilhang entlang. Absolut wahnsinnig.
Jetzt gibt's noch ein paar Impressionen:


Sonntag, 25. Februar 2018

Abenteuermarsch zum Wasserfall von Montezuma

Über Stock und Stein steil bergauf
Blick aus unserer Unterkunft
Montezuma Wasserfall

Mutproben der jungen Einheimischen

Abendstunden am Strand


Montezuma gefällt uns noch besser als Samara. Wir haben für die zweite Nacht eine Unterkunft für 15 000 Colones gefunden, das sind 22 Euro. Die Lage ist nicht zu toppen,wie ihr an dem Bild sehen könnt. Das zimmer ist  dafür eine Schuhschachtel und das Badezimmer kaum als solches zu bezeichnen. Nur kaltes Wasser. Aber bei 35 Grad kann man das mal machen. 
Hundert Meter weiter von der Pension Lucy ist der Eingang in eine Schlucht, die über extrem abenteuerliche Wege zum Wasserfall fuhrt. Weg ist wirklich das falsche Wort. Man muss sich durch ein Flussbett, von Stein zu Stein hangeln und dann über Baumwurzeln steil nach oben klettern. Mit meinem Knöchel durchaus eine Herausforderung. Aber ich wollte unbedingt den Wasserfall sehen. Es hat sich echt gelohnt und meine Wanderstiefel haben sich bezahlt gemacht. Die Ticos laufen da mit Flipflops hoch. Das ist wirklich unglaublich.
Hier gibt es auch eine Schildkröten Station. Das heißt, Volunteers, die Eier einsammeln, in einem Gehege wieder einbuddeln und die geschlüpften kleinen Schildkröten ins Wasser tragen.
Heute waren leider noch keine geschlüpft. Angeblich soll es morgen so weit sein, aber darauf wollen wir nicht warten. Wir wollen morgen mit der Fähre von Paquera nach Puntarenas  und dann in die Berge nach Montezuma Verde.

Samstag, 24. Februar 2018

Von Samara nach Montezuma

Langsam komme ich nicht mehr nach. Es ist so viel zu berichten, aber wir haben kaum Zeit, da wir ständig auf Achse sind.

In Samara haben wir zwei Nächte verbracht und den Tag uber am Strand relaxed. Heute morgen sind wir die Schotterpiste weiter am Meer entlang nach Montezuma. Eigentlich wollten wir einen Abstecher nach Malpais machen, aber da die zwei Stunden Fahrt, die uns das Navi angab, auch schon wieder fast vier Stunden waren, haben wir verzichtet und sind gleich weiter gefahren.
Die Straßen sind wirklich abenteuerlich, vorallem die Flüsse, durch die wir immer wieder fahren müssen. Meistens warten wir auf ein anderes Auto und schauen erstmal, ob es das schafft.

Montezuma ist ein kleiner alternativer Touristenort, viel Jungvolk, am Strand weden die Joints herumgereicht.

Wir haben oberhalb, vielleicht 300 Meter am Berg, eine nette Cabina gefunden.
Ein einfaches Zimmer mit Bad , Terrasse und wunderschönem Blick auf das Meer.
Frühstück in der Pension Samara
Pool in Samara

Unsere Herberge in Samara
Haustier in Samara
Straßen Bild in Samara